Natürlich Färben mit Avocado (mit Tutorial)


Auf Instagram *klick* hatte ich ja schon leise nachgefragt ob ihr Interesse hättet über meinen ersten Färbeversuch hier auf dem Blog zu lesen. Ich muss gestehen, dass ich überhaupt nicht mit so viel Ressonanz gerechnet hatte, aber umso mehr freut es mich, dass ich meine Erfahrung nun mit euch teilen kann!

 

Nach #jetztmaltdieauchnoch #jetztnähtdieauchnoch #jetztsticktdieauchnoch #jetztwebtdieauchnoch etc etc folgt nun also #jetztfärbtdieauchnoch (ha also wer mich hobbylos nennt, kennt mich eindeutig nicht gut )


First of all:

Ich bin absolut kein Profi in dieser Thematik. Ich habe einfach unzählige Nächte in www verbracht. Viel gelesen, Videos geschaut, Pinterest durchforstet, massenweise notiert und einiges doch wieder verworfen. Noch mehr gelesen und am Ende einfach das versucht umzusetzten was für mich am besten klang. Es ist nämlich so: Es gibt unzählige Arten zu Färben (im Kochtopf, in der Sonne, mit Beize (dazu kommen wir gleich) , Kaltbeize, heiße Beize, Soja Beize für Stoffe, ohne Beize ,über Nacht oder nur ein paar Stunden usw. usw. ). Es scheint, jeder macht es doch irgendwie anders. Also ob das nun so richtig ist wie ich es gemacht habe oder nicht... Ich weiß es nicht, bin jedoch mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Darum möchte ich euch gerne Schritt für Schritt (bis ins kleinste Detail) erklären wie ich es gemacht habe.
 



Wer Wolle mit Naturfarben färben möchte, der kann dies nur mit richtiger Wolle tun. Acrylgarn lässt sich zB. soweit ich das verstanden habe, überhaupt nicht färben. Da Wolle genauso wie menschliche Haare eine Schuppenschicht um ihre Fasern hat, muss man diese erst einmal öffnen um die Wolle aufnahmefähig für die Farbe zu machen. Dazu beizt man sie. Es gibt unterschiedliche Arten des Beizens.
Ich habe mich für die Beize mit Alaun entschieden. Diese ist eine der umweltschonendsten Methoden und auch die Zutaten dafür sind leicht zu bekommen.
Für die Beize auf dem Herd braucht es nicht viel:
Um genau zu sein nur Alaun optional noch etwas Weinstein (bekommt ihr beides in der Apotheke oder viel günstiger auch online).
Es gibt auch die Möglichkeit eine Kaltbeize *klick* herzustellen. Dafür braucht es einiges mehr an Zutaten dafür ist diese Art des Beizens aber viel schonender da die Wolle nicht so großen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Außerdem ist sie auch mehrfach anwendbar.



           Oben : Natron (zB. kaisers Natron) , Soda !wasserfrei! (Einzelhandel), Alaun (Apotheke)
           Unten: Weinstein (Apotheke) , Essigessenz (Einzelhandel)

Der Einfachheit halber habe ich mich trotzdem für eine heiße Beize entschieden. Beim nächsten Färbeversuch werde ich mich dann aber wahrscheinlich an die Kaltbeize ranwagen, da sie wie oben schon geschrieben viel schonender zur Wolle ist und mehrfach verwendbar.


Wichtig zu wissen


Vor dem Beizen muss die Wolle von Hand gewaschen werden. Ich habe dazu ein winzig kleines bisschen Wollwaschmittel ( Ecover) genommen. Hinterher habe ich sie ordentlich ausgespült. 

Auch die Teststücke Baumwolle die ich färben wollte habe ich mitgewaschen, ob das von Nöten war weiß ich nicht so wirklich aber geschadet hat es nicht

Auch ganz wichtigDie Utensilien (Töpfe, Holzlöffel und Co)  welche mit dem Alaun in Berührung gekommen sind NICHT mehr zum kochen verwendet werden!

Die Wolle , sofern sie nicht eh schon gewickelt ist, müsste ihr erst zu einem Strang wickeln, ich habe 2 Stühle zur Hilfe genommen.
 




                       Wenn das erledigt ist, geht es ans Beizen 

                                             Los geht's:

                                             Beize (heiß)


Zutaten:



  • 15% Alaun vom Gewicht des trockenen Färbegutes (in meinem Fall also 30gramm)
  • Wasser
  • Holzlöffel zum umrühren
  • Topf (Edelstahl oder Emaille)
  • Weinstein (ist kein Muss!)
  •  
How To:

Färbegut waschen, ausdrücken und beiseite legen. Alaun mit etwas heißem Wasser im Topf auflösen. Kaltes Wasser zugießen und Färbegut dazu. Wasser auffüllen bis die Wolle bedeckt ist. Alles zusammen aufwärmen und ca 1 Stunde auf dem Herd stehen lassen. Nicht kochen, das Wasser soll nur ganz leicht blubbern.Hin und wieder vorsichtig mit dem Holzlöffel umrühren. Am besten so wenig wie möglich da sonst die Wolle verfilzen kann. Wer mag gibt in den letzten 10 minuten noch eine kleine Menge *Weinstein hinzu.
Danach vom Herd nehmen, Wasser & Wolle bleiben aber noch im Topf (am besten über Nacht stehen lassen). Am nächsten Tag das Färbegut ordentlich mit Wasser auswaschen und dann in das Färbesud legen

*Weinstein hat mit dem ph Wert zu tun HIER *klick* findet ihr genauere Infos











                              Färben mit Avocados 

Zutaten:

  • getrocknete Acocadoschalen und/oder getrocknete Kerne
  • Topf
  • Wasser
  • Färbegut


How To:


Erst einmal gaaaanz viel Guacamole essen oder Avocados auf Brot, im Salat oder oder oder oder *lach*. Ich hatte es geschafft in kurzer Zeit 4 Avocados zu vernichten. Mehr wäre besser gewesen (da stärkere Farbintensität) aber nun gut. Dann müsst ihr die Schale und/oder Kerne (ich habe beides verwendet) ordentlich waschen. Am besten ihr nehmt dazu eine Wurzelbürste. Anschließend trocknen lassen. Meine lagen etwa 2 Wochen auf der Fensterbank . 
Nachdem ihr also eure Wolle gebeizt habt, macht ihr mit den Avocados eine Flotte (= Färbesud). Ich habe gelesen dass man die Schale und Kerne kleinschneiden sollte, dies habe ich auch gemacht. Nun gebt ihr Wasser in einen Topf, Avocadokerne und Schale dazu.  Alles aufkochen lassen und 1 Stunde mit geschlossenem Deckel köcheln.
Danach das Farbewasser abkühlen lassen. Bitte nicht die Wolle in das heiße Wasser da sie sonst aufgrund des schnellen Temperaturunterschiedes verfilzen könnte. Good to know: die ungefärbte Wolle muss feucht sein wenn ihr sie jetzt färben wollt!
Wenn die Flotte abgekühlt ist, packt ihr eure Wolle/Stoffe in den Topf und erwärmt ihn langsam, nun lasst ihr das ganze mit Deckel ebenfalls etwa 1 Stunde LEICHT vor sich hin blubbern . NICHT kochen und NICHT wie wild umrühren! Sonst habt ihr wie oben geschrieben, später nur einen klumpen schön verfiltze Wolle.
Ist die Stunde rum,Topf von der Kochplatte, alles so im Topf über Nacht stehen lassen. Färbegut tagsdarauf gründlich auswaschen und trocknen lassen.



That's it! 




Nach fast  1 Stunde sah die Flotte so
aus.  
Endschuldigt das Licht, aber es war schon ziemlich spät








SSchon während des Färbevorgangs war zu erkennen, dass das Endergebniss ein schönes altrosa geben würde.


             Hier nochmal die Wolle nass jedoch schon ausgewaschen.


Hier sieht man ganz gut wie sich auch die Farbe nach dem Trocknen noch ändert. 
rechts: Ausgangsstoff, links: gefärbter nasser Stoff, mitte: trockener gefärbter Stoff


Leider war es gar nicht so einfach die Farbe mit der Kamera einzufangen.Der tatsächliche Farbton kommt dem auf dem Bild mit der Wolle am nächsten. Die Wolle bekam auch eine schöne altrosa Färbung, ist aber etwas heller geworden als der Stoff.





Fazit:

Ich bin begeistert, was die Natur so alles kann. Es hat unglaublich Spaß gemacht und wird eindeutig nicht mein letzter Versuch mit Naturmaterialen zu färben gewesen sein.
Die nächste Farbe ist schon in Plannung und wer mir fleißig folgt, wird wissen welche Farbe das wohl sein wird. Jemand schon 'ne Idee ?!
Ich werde berichten
Bis dahin...

 Alles Liebe eure Madame Fux

Reaktionen:

Kommentare:

  1. Liebe Anja,
    Absolut genial sag ich da nur. Und das Ergebnis ist echt ein Traum.
    Ich gebe mal einen Tipp ab...Als nächstes wird es grün!?
    Ich sende Dir ganz liebe Grüße.
    Und danke für die tolle Anleitung. Vll. traue ich mich ja auch mal.
    Daniela 🌸

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  2. Liebe Anja ... du bist toll !! Ich bewundere dich dafür , das ist was das wird ich glaub nie testen ... aber ich finde es super schön ... und die Farbe ist mega toll geworden ...

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Danke für dein Kommentar ❤️